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Sam Leblanc

Ein Charakterbogen von Lthegreat

Kingston, KanadaGeboren: 1894-01-17Noch nicht verstorben

Sam Leblanc

Samantha Leblanc wurde am 17. Januar 1894 in Kingston, Kanada, geboren. Sie ist die älteste Tochter des britischen ehemaligen Soldaten William Smith und der Französin Élisabeth Leblanc. Am 27. Dezember 1895 kam ihre jüngere Schwester Blake zur Welt. Die beiden Mädchen wuchsen mit der englischen Sprache ihres Vaters und den französischen Worten ihrer Mutter auf. Den Familiennamen Leblanc zu tragen, wurde für Sam später zu einer bewussten Verbindung zu ihrer Mutter.

Obwohl ihr vollständiger Vorname Samantha lautet, kennt sie beinahe jeder ausschließlich als Sam. So stellt sie sich vor, und so wird sie von Freunden, Kollegen und Bekannten angesprochen. Ihren vollständigen Vornamen verwendet sie fast nur auf offiziellen Dokumenten. Selbst Menschen, die sie schon länger kennen, wissen häufig nicht, dass sich hinter dem kurzen Namen eigentlich Samantha verbirgt.

Das Leben im Hause der Familie war von Williams Alkoholabhängigkeit und seinen gewalttätigen Ausbrüchen geprägt. Nach seiner Armeezeit trank er zunehmend und schlug regelmäßig seine Frau und beide Töchter. Sam lernte früh, auf seine Schritte, seine Stimme und jede Veränderung seiner Stimmung zu achten. Wann immer sie konnte, versuchte sie, Blake aus seiner Nähe zu halten. Daraus entstand eine enge Bindung zwischen den Schwestern, die auch im Erwachsenenalter Bestand hatte.

In ihrer frühen Jugend verlor Sam durch einen Angriff ihres Vaters das Augenlicht auf der linken Seite. William traf sie mit einer Peitsche im Gesicht und verletzte ihr Auge schwer. Seitdem trägt sie eine Augenklappe; eine Narbe zieht sich über das verletzte Auge. Die eingeschränkte Sicht zwang sie, viele alltägliche Handgriffe neu zu erlernen. Noch Jahre später fällt es ihr schwer, jemanden unvermittelt von links an sich herantreten zu lassen.

Trotz ihrer Erfahrungen entwickelte Sam den Wunsch, anderen Menschen zu helfen. Sie entschied sich für die Krankenpflege und diente schließlich als Krankenschwester bei der Royal Canadian Army. Der Dienst verlangte ihr Ausdauer, Genauigkeit und die Fähigkeit ab, auch unter großem Druck ruhig zu handeln. Sie versorgte Verwundete, begleitete Genesende und lernte, dass aufmerksames Zuhören ebenso zur Pflege gehörte wie ein sauber angelegter Verband.

Die Arbeit gab ihrem Leben eine Richtung und ermöglichte ihr, sich eine eigene Existenz aufzubauen. Unter Kameraden galt sie als gewissenhaft und direkt. Gegenüber Patienten zeigte sie häufig eine Geduld, die man hinter ihrem zurückhaltenden Auftreten zunächst nicht vermutete. Besonders empfindlich reagierte sie darauf, wenn jemand seine Stellung ausnutzte, um Schwächere einzuschüchtern.

Abseits ihres Berufes begeisterte sich Sam schon früh für Züge. In Kingston konnte sie lange an den Gleisen stehen und den Lokomotiven bei der Einfahrt zusehen. Sie interessierte sich für Fahrpläne, die Arbeit des Zugpersonals und das Zusammenspiel der schweren Maschinen. Der Gedanke, mit einem Zug die eigene Heimat verlassen und an einem anderen Ort neu beginnen zu können, beschäftigte sie bereits als junges Mädchen.

Mit dem Aufkommen der Automobile fand sie eine weitere Leidenschaft. Sam wollte verstehen, wie die Motoren arbeiteten, und scheute sich nicht, Fragen zu stellen oder sich bei einer Reparatur die Hände schmutzig zu machen. Eine Fahrt auf offener Straße gehörte für sie zu den seltenen Gelegenheiten, bei denen sie ihre Wachsamkeit für eine Weile ablegen konnte.

Im Jahr 1920 ist Sam 26 Jahre alt. Sie tritt meist beherrscht auf, spricht überlegt und gewährt nur wenigen Menschen Einblick in ihre Vergangenheit. Vertrauen wächst bei ihr langsam. Wer es gewinnt, erlebt eine loyale Frau mit trockenem Humor, ausgeprägtem Pflichtgefühl und einer großen Zuneigung zu ihrer Schwester Blake.

Sam möchte sich ein Leben schaffen, über das sie selbst bestimmen kann. Ihre medizinische Erfahrung, ihre Begeisterung für Technik und der Zusammenhalt mit Blake geben ihr dabei Halt. Die Spuren ihrer Kindheit trägt sie sichtbar im Gesicht und weniger sichtbar in ihren Gewohnheiten. Dennoch verfolgt sie eigene Ziele – mit dem Wunsch, eines Tages ein Zuhause zu haben, in dem niemand auf Schritte vor der Tür lauschen muss.